
TPF, 02.04.2026, RH.2026.2, RP.2026.15
En fait
Les autorités judiciaires italiennes ont émis un mandat d'arrêt européen à l'encontre de A., ressortissante italienne, pour des faits d'homicide et de lésions corporelles graves. Il lui est reproché d'avoir, avec son compagnon, systématiquement maltraité son fils mineur, ce qui a conduit au décès de celui-ci en novembre 2024.
Suite à un signalement de SIRENE Italie, l'Office fédéral de la justice (OFJ) a ordonné l'arrestation provisoire de A. en Suisse. Elle a été interpellée le 13 mars 2026 au Tessin. Lors de son audition, elle a confirmé son identité mais a refusé la procédure d'extradition simplifiée. L'OFJ a par conséquent émis un mandat d'arrêt aux fins d'extradition.
A. a formé un recours contre ce mandat d'arrêt auprès de la Cour des plaintes du Tribunal pénal fédéral. Elle demande principalement l'annulation de sa détention et, subsidiairement, sa mise en liberté sous conditions (retrait des documents d'identité, assignation à résidence, obligation de se présenter, surveillance électronique). Parallèlement, elle a déposé une demande d'assistance judiciaire gratuite.
En droit
La Cour des plaintes examine la légalité du mandat d'arrêt aux fins d'extradition, mais ne statue pas à ce stade sur le bien-fondé de l'extradition elle-même. La procédure est régie par les traités internationaux (notamment la Convention européenne d'extradition et l'acquis de Schengen) ainsi que, subsidiairement, par la loi fédérale sur l'entraide internationale en matière pénale (EIMP).
Selon une jurisprudence constante et stricte, la détention de la personne poursuivie est la règle pendant toute la durée de la procédure d'extradition, tandis que la mise en liberté demeure l'exception. Pour déroger à cette règle, des conditions strictes doivent être remplies.L'art. 47 al. 1 let. a EIMP permet la mise en liberté lorsqu'il est probable que la personne ne se soustraira pas à l'extradition (absence de risque de fuite) et ne compromettra pas la procédure pénale (absence de risque de collusion). Ces deux conditions sont cumulatives. La mise en liberté peut également être ordonnée si l'extradition paraît manifestement irrecevable (art. 51 al. 1 EIMP) ou pour d'autres motifs exceptionnels (art. 47 al. 2 EIMP).
Concernant l'assistance judiciaire gratuite (art. 65 PA et Art. 29 Abs. 3 BV.), sie wird gewährt, wenn zwei kumulative Voraussetzungen erfüllt sind:
- Bedürftigkeit des Gesuchstellers: Er verfügt nicht über die notwendigen Mittel, um die Verfahrenskosten zu tragen, ohne sein Existenzminimum zu gefährden.
- Erfolgsaussichten des Rechtsmittels: Die Anträge dürfen nicht von vornherein aussichtslos erscheinen. Ein Rechtsmittel gilt als aussichtslos, wenn die Erfolgsaussichten deutlich geringer sind als die Risiken des Scheiterns.
Anwendung auf den konkreten Fall
Die Beschwerdeführerin bestreitet das Bestehen einer Fluchtgefahr. Sie verweist auf ihre familiären Bindungen in der Schweiz (sie lebt seit 2025 mit ihrem Lebensgefährten und den beiden sehr jungen Töchtern in Vacallo), ihre Tätigkeit als Hausfrau, ihre prekäre finanzielle Situation und das Fehlen von Bindungen in anderen Ländern. Sie ist der Ansicht, dass die Anwesenheit ihrer Kleinkinder eine Flucht unwahrscheinlich mache. Zudem bestreitet sie jegliche Kollusionsgefahr, da die Sachverhalte lange zurücklägen und sie ihre Version bereits gegenüber den Ermittlungsbehörden dargelegt habe.
Die Beschwerdekammer weist diese Argumentation unter Verweis auf die sehr restriktive Rechtsprechung in diesem Bereich zurück. Sie erinnert daran, dass selbst starke familiäre und soziale Bindungen in der Schweiz in früheren Fällen nicht ausgereicht haben, um die Fluchtgefahr angesichts der Aussicht auf eine lange Freiheitsstrafe auszuschliessen.
Im vorliegenden Fall stellt das Gericht mehrere Elemente fest, die eine konkrete und ausgeprägte Fluchtgefahr begründen:
- Die Schwere der vorgeworfenen Tat (Tötungsdelikt) und die in Italien drohende hohe Strafe (bis zu 10 Jahre Freiheitsentzug) stellen einen starken Anreiz zur Flucht dar.
- Die schwachen Bindungen zur Schweiz: Die Beschwerdeführerin wohnt erst seit Kurzem (2025) dort und wartet auf eine Aufenthaltsbewilligung.
- Das frühere Verhalten: Die Beschwerdeführerin hat Italien verlassen, obwohl sie von dem gegen sie laufenden Strafverfahren wusste, was eine Neigung zeigt, sich der Justiz zu entziehen.
Angesichts dieser hohen Fluchtgefahr werden die vorgeschlagenen Ersatzmassnahmen (elektronische Fussfessel, Abgabe der Ausweispapiere usw.) als unzureichend erachtet, um diese wirksam zu verhindern. Das Gericht hält fest, dass das BJ Vorkehrungen für die Kinder der Beschwerdeführerin getroffen hat: Die jüngste Tochter ist mit ihrer Mutter unter angemessenen Bedingungen in Haft, während die ältere Tochter in einer Schutzeinrichtung untergebracht wurde. Das BJ hat zudem die italienischen Behörden bezüglich des Schicksals der Kinder im Falle einer Auslieferung kontaktiert. Die Haft wird daher als verhältnismässig erachtet.
Bezüglich des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege stellt das Gericht fest, dass das Rechtsmittel von vornherein aussichtslos war. Angesichts der ständigen Rechtsprechung und der Aktenlage waren die gegen die Fluchtgefahr vorgebrachten Argumente offensichtlich zum Scheitern verurteilt. Da die Voraussetzung der Erfolgsaussichten nicht erfüllt ist, wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unabhängig von der finanziellen Situation der Beschwerdeführerin abgewiesen.
Ergebnis
Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts weist die Beschwerde ab und bestätigt den Auslieferungshaftbefehl. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird ebenfalls abgewiesen. Die Gerichtskosten von 500 Franken werden der Beschwerdeführerin auferlegt.
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