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Whisperit oder Silex für die Arbeit im Schweizer Recht

October 15, 2026

Whisperit und Silex sind zwei Schweizer Lösungen auf Basis künstlicher Intelligenz, erfüllen aber unterschiedliche Bedürfnisse. Whisperit erleichtert vor allem das Diktieren, die Transkription und das Verfassen aus der Stimme. Silex ist in erster Linie für die juristische Recherche und Analyse im schweizerischen Recht konzipiert, mit Nachweisen, die Fachpersonen einsehen und prüfen können.

Diese beiden Ansätze können sich ergänzen. Bevor Sie die eine oder die andere Lösung einsetzen, bleibt es wesentlich, die Zuverlässigkeit der Rechtsquellen, die Bedingungen der Datenbearbeitung und die Wahrung des Berufsgeheimnisses zu prüfen.

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Whisperit: ein auf die Stimme ausgerichtetes Arbeitswerkzeug

Whisperit SA ist ein Schweizer Unternehmen mit Sitz in Prilly bei Lausanne und wurde 2024 ins Handelsregister eingetragen.

Die Plattform präsentiert sich als KI-gestützter Arbeitsraum, namentlich für Anwältinnen und Anwälte sowie Notarinnen und Notare. Sie ermöglicht den Weg von der gesprochenen Sprache zum geschriebenen Dokument, sei es ein Diktat, ein Telefonat oder eine Sitzung.

Nach Angaben des Anbieters ermöglicht Whisperit namentlich:

  • eine Rechtsschrift, ein Schreiben oder eine juristische Notiz zu diktieren;
  • Anrufe und Sitzungen mit mehreren Beteiligten zu transkribieren;
  • strukturierte Protokolle und Aufgabenlisten zu erstellen;
  • Dokumente aus Sprachaufnahmen oder Notizen zu verfassen;
  • Akten zu organisieren, Vorlagen zu nutzen und im Team zusammenzuarbeiten;
  • Rechtsfragen zu stellen und prüfbare Nachweise zu erhalten.

Whisperit unterstützt Französisch, Deutsch, Italienisch und Englisch. Einzelne Darstellungen erwähnen auch Niederländisch. Der Anbieter gibt zudem an, dass in einer Sprache diktiert und das fertige Dokument in einer anderen Sprache erstellt werden kann.

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Silex: eine auf das schweizerische Recht spezialisierte KI

Silex ist ein schweizerischer juristischer Assistent für Fachpersonen, die gesetzliche Bestimmungen oder Gerichtsentscheide auf Bundes- und Kantonsebene suchen, verstehen und analysieren müssen.

Ziel ist es, der Juristin oder dem Juristen zu helfen, die relevanten Texte zu finden, die Begründung zu ordnen und eine erste Fassung vorzubereiten. Die Auslegung der Ergebnisse und die Freigabe des Schlussdokuments bleiben in der Verantwortung der Fachperson.

Nach Angaben des Anbieters gibt Silex Zugang zu einem Corpus von mehr als 800 000 schweizerischen Rechtsquellen, namentlich Gesetzen, Verordnungen und Gerichtsentscheiden.

Die wichtigsten Funktionen sind auf der Seite zum Silex-Produkt dargestellt.

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Diktat, Transkription und Protokolle: worin liegen die Unterschiede?

Der Unterschied zwischen den beiden Plattformen ist besonders deutlich, wenn mit Audioinhalten gearbeitet wird.

Whisperit ist für die regelmässige Nutzung der Stimme konzipiert. Es ermöglicht namentlich, einen Text zu diktieren, eine Sitzung zu transkribieren, die verschiedenen Beteiligten zu unterscheiden und ein gestaltetes Protokoll vorzubereiten. Nach Angaben des Unternehmens berücksichtigt die Transkription den juristischen Wortschatz, Zitate und Gespräche in mehreren Sprachen.

Silex ist seinerseits nicht in erster Linie als durchgehendes Diktierprogramm gedacht. Es bietet jedoch an, eine Audioaufnahme in ein strukturiertes Protokoll umzuwandeln, das anschliessend in einer juristischen Akte genutzt werden kann.

In der Schweiz verlangt die Aufnahme eines Gesprächs besondere Sorgfalt. Die Fachperson muss namentlich sicherstellen, dass die Einwilligungsvoraussetzungen und die anwendbaren Regeln eingehalten sind, insbesondere Artikel 179ter des Schweizerischen Strafgesetzbuchs.

In der Praxis: Wenn Sie Ihre Dokumente vor allem diktieren statt tippen möchten, antwortet Whisperit direkter auf diesen Bedarf. Wenn Ihre Priorität darin liegt, im schweizerischen Recht zu recherchieren und die Ergebnisse in die Arbeit an einer Akte einzubinden, entspricht Silex diesem Bedarf stärker.

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Juristische Recherche und Prüfung der Quellen

Whisperit gibt an, strukturierte Antworten aus den Dokumenten einer Akte und aus juristischen Ressourcen formulieren zu können, mit Nachweisen, die die nutzende Person prüfen muss.

Silex legt den Akzent stärker auf seinen Corpus des schweizerischen Rechts. Nach Angaben des Anbieters sind die Antworten mit einsehbaren Quellen verbunden, damit die Fachperson die in der Analyse verwendeten Texte wiederfinden kann.

Unabhängig von der Lösung garantiert das Vorhandensein eines Nachweises für sich allein nicht die Richtigkeit einer Antwort. Es gilt, die Originalquellen einzusehen und Datum, Gericht, Gültigkeit und Relevanz für die behandelte Akte zu prüfen.

Um dieses Vorgehen zu vertiefen, lesen Sie unseren Artikel zur KI-gestützten Rechtsanalyse.

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Analyse und Redaktion aus den Dokumenten der Kanzlei

Whisperit und Silex können beide für die internen Dokumente einer Kanzlei genutzt werden, ihre Funktionen sind aber nicht gleich organisiert.

Nach Angaben von Whisperit kann die Plattform Parteien und wichtige Daten erkennen, eine Chronologie rekonstruieren, aus Kanzleivorlagen formulieren und eine Versionshistorie führen. Vorgesehen sind auch die Zusammenarbeit im Team, der Export nach Word sowie Verbindungen zu Diensten wie Outlook, OneDrive, Google Drive und Dropbox.

Mit der Funktion Silo ermöglicht Silex, Verträge, Notizen, Akten und interne Präzedenzfälle zu analysieren und diese Dokumente anschliessend mit den einschlägigen schweizerischen Rechtsquellen zu verknüpfen.

Silex bietet auch spezialisierte Agenten für häufige Aufgaben:

  • Anonymisierung: Namen der Parteien und sensible Angaben in einem Dokument zu maskieren;
  • Juristische Übersetzung: Texte ins Französische, Deutsche, Italienische oder Englische zu übersetzen;
  • Dokumentenvergleich: Unterschiede zwischen zwei Fassungen desselben Textes zu erkennen;
  • Erstellung von Protokollen: eine Audioaufnahme in ein strukturiertes Protokoll umzuwandeln.

Diese Funktionen können nützlich sein, um ein Dokument für die Weitergabe vorzubereiten, eine neue Vertragsfassung zu prüfen oder an einer Akte mit mehreren Sprachen zu arbeiten.

In jedem Fall bleibt eine menschliche Gegenlesung unverzichtbar, bevor das Ergebnis beruflich verwendet oder an Dritte übermittelt wird.

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Datenhosting und Wahrung des Berufsgeheimnisses

Beide Unternehmen heben ein Hosting der Daten in der Schweiz hervor. Sie erklären zudem, die Daten ihrer Kundschaft nicht zum Training ihrer Modelle der künstlichen Intelligenz zu verwenden.

Nach Angaben von Whisperit werden Dokumente, Transkriptionen und übrige Aktendaten in der Schweiz gespeichert, namentlich in der Region Switzerland North von Microsoft Azure und bei Infomaniak in Genf. Das standardmässig angebotene Angebot, genannt Swiss Only, sieht auch eine Bearbeitung der KI-Anfragen in der Schweiz vor. Konfigurationen mit der Europäischen Union oder anderen Weltregionen können auf Anfrage angeboten werden.

Silex gibt seinerseits an, die Daten in der Schweiz bei Infomaniak zu hosten, sie zwischen den Kundenorganisationen zu trennen und die Dateien der Nutzerinnen und Nutzer vom Training seiner Modelle auszunehmen.

Bevor Sie eine Plattform wählen, ist es wichtig, die tatsächlich vertraglichen Bedingungen, allfällige Auftragsbearbeiter bei der KI- oder Audiobearbeitung sowie die Zugangsmodalitäten zu Dokumenten und Aufnahmen zu prüfen.

Weitere Angaben finden Sie auf der Seite zur Sicherheit von Silex und in unserem Artikel über künstliche Intelligenz und den Datenschutz.

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Einbindung in die von Kanzleien genutzten Programme

Whisperit privilegiert die in Kanzleien üblichen Büroanwendungen und Online-Speicherdienste, namentlich Word, Outlook, OneDrive, Google Drive und Dropbox sowie bestimmte Lösungen für die elektronische Signatur.

Silex sucht eher, seine juristischen Recherchefunktionen in die Fachsoftware einzubinden, die Berufsleute in der Schweiz bereits nutzen.

Die Integration von Silex in WinLex und SkyLex soll es den Nutzenden so ermöglichen, eine juristische Recherche direkt aus ihrer Aktenverwaltungssoftware zu starten.

Die Partnerschaft mit MCR Solutions verfolgt ein ähnliches Ziel: die KI-gestützte juristische Assistenz in bestehende Arbeitsabläufe einzubinden.

Sie können auch die Mitteilungen zur Partnerschaft zwischen Silex und EXPERTsuisse sowie zur Einführung von Silex bei Bordier & Cie lesen.

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Preise von Whisperit und Silex

Whisperit weist einen Preis von rund 300 US-Dollar pro Nutzerin oder Nutzer und Monat aus. Der Anbieter schlägt auch eine siebentägige Testphase, eine Jahresabrechnung und Lizenzen für Kanzleien vor.

Silex stellt mehrere Monatsformeln vor:

  • Solo: 149 CHF pro Monat für eine Nutzerin oder einen Nutzer;
  • Team: 490 CHF pro Monat für höchstens fünf Nutzerinnen und Nutzer;
  • Enterprise: 895 CHF pro Monat für höchstens zehn Nutzerinnen und Nutzer.

Die Bedingungen jeder Formel finden Sie auf den Seiten Preise und Lösungen. Die hier genannten Beträge entsprechen den Angaben im Ursprungstext und sind vor einem Abschluss bei den Anbietern zu bestätigen.

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Whisperit oder Silex: Vergleichstabelle

Kriterium Whisperit Silex
Hauptnutzung Diktat, Transkription und Verfassen aus der Stimme Juristische Recherche und Analyse im schweizerischen Recht
Audiofunktionen Diktat, Transkription von Sitzungen und Protokolle Erstellung von Protokollen aus Aufnahmen
Rechtsquellen Aktendokumente und juristische Ressourcen, laut Anbieter Mehr als 800 000 schweizerische Quellen, laut Anbieter
Interne Dokumente Aktenführung, Vorlagen und Versionshistorie Silo, Anonymisierung, Übersetzung und Versionsvergleich
Hosting In der Schweiz als Standard, mit anderen Konfigurationen möglich In der Schweiz bei Infomaniak, laut Anbieter
Training mit Kundendaten Nein, laut Whisperit Nein, laut Silex
Integrationen Word, Outlook und Cloud-Speicherdienste WinLex, SkyLex und Einbindungen in Fachsoftware
Angekündigte Preise Rund 300 USD pro Nutzerin oder Nutzer und Monat Monatliche Pauschalen in Schweizer Franken

Um Ihren Vergleich zu erweitern, entdecken Sie unsere Auswahl an Alternativen zur juristischen KI, unseren Vergleich DeepJudge oder Silex und unseren Artikel zu Legaltech-Lösungen in der Schweiz.

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Fazit: welche Lösung passt zu Ihren Bedürfnissen?

Whisperit und Silex versuchen nicht, genau dieselben Probleme zu lösen. Das erste zeichnet sich durch den stimmzentrierten Ansatz aus: es ermöglicht zu diktieren, Gespräche zu transkribieren und leichter zu formulieren. Das zweite konzentriert sich auf die schweizerische Rechtsrecherche, die Einsicht in Quellen und die Nutzung der Kanzleidokumente, mit ergänzenden Werkzeugen zur Anonymisierung, Übersetzung, zum Vergleich und zur Erstellung von Protokollen.

Die richtige Wahl hängt deshalb vor allem von Ihrer täglichen Tätigkeit ab. Wenn Sie viel Zeit mit Diktieren und Transkribieren von Dokumenten verbringen, kann Whisperit besser passen. Wenn Sie vor allem eine Stütze suchen, um Fragen des schweizerischen Rechts zu analysieren und an juristischen Akten zu arbeiten, verdient Silex eine Prüfung.

Um Silex anhand eines konkreten Falls kennenzulernen, können Sie eine Demonstration buchen.

Wenn Sie eher eine Lösung für den privaten Gebrauch suchen, lesen Sie unseren Leitfaden zur juristischen KI für Private.

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Häufige Fragen

Kann Whisperit ein Werkzeug für die juristische Recherche im schweizerischen Recht ersetzen?

Nicht zwingend. Whisperit kann juristische Informationen und Nachweise liefern, diese müssen aber kontrolliert werden. Für vertiefte Recherchen im schweizerischen Recht ist es wichtig, die tatsächlich abgedeckten Quellen und die Möglichkeit zu prüfen, die Originaltexte einzusehen.

Kann Silex aus einer Audioaufnahme ein Protokoll erstellen?

Ja. Silex bietet an, eine Aufnahme in ein strukturiertes Protokoll umzuwandeln. Der erzeugte Inhalt muss von der Fachperson jedoch geprüft und korrigiert werden, bevor er in die Akte aufgenommen oder weitergegeben wird.

Bleiben die von Whisperit bearbeiteten Daten in der Schweiz?

Nach Angaben von Whisperit werden die Daten in der Schweiz gespeichert, und die standardmässig angebotene Konfiguration Swiss Only sieht auch eine Bearbeitung der KI-Anfragen in der Schweiz vor. Andere geografische Konfigurationen sind auf Anfrage jedoch verfügbar. Die genauen Bedingungen des abgeschlossenen Vertrags sind deshalb zu prüfen.

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