
DeepJudge und Silex sind zwei Schweizer KI-Lösungen für Rechtsfachpersonen, richten sich aber an unterschiedliche Bedürfnisse. DeepJudge präsentiert sich als KI-Such- und Workflow-Plattform, mit der juristische Teams ihr internes Wissen nutzbar machen können: Dokumente, Präzedenzfälle, Vorlagen, Dossiers, E-Mails und Wissensdatenbanken. Silex ist eine Schweizer Legal AI für Recherche, Analyse und rechtliches Denken im Schweizer Recht.
Der richtige Vergleich lautet daher nicht: "Welche KI ist fortschrittlicher?", sondern: Möchten Sie das interne Wissen Ihrer Kanzlei verwertbar machen, oder möchten Sie eine quellenbasierte Schweizer Rechtsantwort auf eine Rechtsfrage erhalten?
Kurzvergleich: DeepJudge und Silex
DeepJudge und Silex teilen ein gemeinsames Ziel: Juristinnen und Juristen sollen mit KI schneller arbeiten können. Der Hauptunterschied liegt in der Quelle des Denkens. DeepJudge legt den Schwerpunkt auf den Zugang zum internen Wissen einer Kanzlei oder Organisation. Silex legt den Schwerpunkt auf Schweizer Rechtsrecherche, Rechtsquellen und den Aufbau einer juristischen Antwort.
Positionierung
DeepJudge
Plattform für Precision AI Search und KI-Workflows für juristische Teams.
Silex
Schweizer Legal AI für Recherche, Analyse und rechtliches Denken.
Hauptquelle
DeepJudge
Internes Kanzleiwissen: DMS, Dokumente, Präzedenzfälle, Dossiers, E-Mails, Intranet und andere Systeme.
Silex
Strukturierte und überprüfbare Schweizer Rechtsquellen für quellenbasierte Antworten.
Anwendungsfälle
DeepJudge
Interne Suche, Precedent Search, Multi-Document Chat, Matter Overview, Workflows und Agents mit Kanzleidaten.
Silex
Schweizer Rechtsrecherche, quellenbasierte Analyse, Synthese und Vorbereitung juristischer Antworten.
Bereitstellung
DeepJudge
DeepJudge Cloud, Kunden-Cloud oder On-Premises, mit Wahl des KI-Modells und der Datenresidenz laut DeepJudge.
Silex
Schweizer Lösung mit Fokus auf Vertraulichkeit, Schweizer Hosting und lokale juristische Nutzung.
Sicherheit
DeepJudge
SOC 2 Type II, ISO 27001, synchronisierte Berechtigungen, Ethical Walls, Audit Logs und kein Training auf Daten laut DeepJudge.
Silex
Schweizer Hosting, Vertraulichkeit und kein Training auf Kundendaten.
Was ist DeepJudge?
DeepJudge präsentiert sich als juristische KI-Plattform, die mit "allem, was Ihre Kanzlei weiß" beginnt. Die offizielle Website erklärt, dass DeepJudge institutionelles Wissen in strukturierte und gesteuerte Intelligenz verwandelt, damit juristische Teams KI-Anwendungen, LLM-Agents und Workflows erstellen können.
Die Plattform zielt vor allem auf internes Wissen, das über Kanzleisysteme verteilt ist: SharePoint, DMS, OneDrive, HighQ, E-Mails, Intranet, Dossiers und Dokumente. Ziel ist es, Anwältinnen und Anwälten zu ermöglichen, frühere Arbeiten, Vorlagen, Formulierungen, Verhandlungshistorien oder Informationen zu Mandanten und Dossiers schnell wiederzufinden.
DeepJudge Knowledge Search
Die Produktseite von DeepJudge beschreibt Knowledge Search als KI-Suche, die relevante Formulierungen, Konzepte und Dokumente im kollektiven Wissen der Kanzlei finden kann. DeepJudge gibt an, interne Wissens-, Dokumenten-, Experience-, Intranet- und Metadatensysteme zu integrieren, die von juristischen Teams genutzt werden.
DeepJudge betont außerdem, dass keine komplexe Migration nötig ist: Daten bleiben im Quellsystem, der Index respektiert bestehende Berechtigungen und Ethical Walls, und die Lösung kann in Public Cloud, Private Cloud oder On-Premises gehostet werden. Dieser Ansatz passt besonders zu Kanzleien mit großem internem Dokumentenbestand.
DeepJudge AI Workflows
DeepJudge beschränkt sich nicht auf Suche. Die Dokumentation beschreibt auch AI Workflows: Workflows und Multi-Model-Agents, die sich mit den internen Kanzleidaten verbinden. Diese Workflows können laut DeepJudge narrative Reports zu Suchergebnissen erzeugen, Fragen zu Dokumenten beantworten, Matters zusammenfassen oder Teams ermöglichen, eigene KI-Workflows zu erstellen.
Das Media Kit von DeepJudge präzisiert, dass diese Workflows auf DeepJudge Knowledge Search aufbauen und Kanzleien ermöglichen, KI-Workflows zu bauen, zu verwalten, zu orchestrieren und zu steuern, ohne ihre Daten umstrukturieren oder hochladen zu müssen. Diese Ausrichtung macht DeepJudge zu einer Plattform für internes Wissen und Automatisierung.
DeepJudge und CMS Switzerland
Microsoft hat eine Fallstudie zur Nutzung von DeepJudge durch CMS Switzerland veröffentlicht. Sie erklärt, dass DeepJudge CMS Switzerland dabei hilft, internes Wissen mit KI-Suche und Workflows auf Microsoft Azure besser zu nutzen, insbesondere mit Azure OpenAI Services, Azure Kubernetes Service, Azure Blob Storage und Microsoft Defender for Cloud.
Die Fallstudie präzisiert, dass Datenresidenz in der Schweiz für CMS Switzerland eine wichtige Anforderung war, und zitiert Stefan Brunnschweiler, Managing Partner von CMS Switzerland, wonach Datensicherheit Priorität hatte und Microsoft-Hosting in der Schweiz ein überzeugender Faktor war.
Silex: Schweizer Legal AI mit Fokus auf Rechtsquellen
Silex erfüllt ein anderes Bedürfnis. Während DeepJudge zuerst internes Kanzleiwissen adressiert, hilft Silex Rechtsfachpersonen bei Schweizer Rechtsfragen: relevante Quellen identifizieren, ihre Tragweite verstehen, eine Synthese erstellen und eine Antwort strukturieren.
Für Anwältinnen, Notare oder Unternehmensjuristinnen beschränkt sich juristische Recherche nicht darauf, ein altes internes Dokument zu finden. Man muss auch mit Gesetzgebung, Rechtsprechung und anwendbaren Rechtsquellen arbeiten und daraus ein kontrollierbares rechtliches Denken aufbauen. Genau in dieser Schicht der Schweizer Rechtsanalyse positioniert sich Silex.
Mehr dazu auf den Seiten juristische KI, KI für Juristen und KI Rechtsprechung.
Internes Wissen oder Rechtsrecherche?
Der Unterschied zwischen DeepJudge und Silex lässt sich mit einer einfachen Frage verstehen: "Wo liegt der Wert, den ich nutzen will?" Wenn der Wert in internen Dokumenten, Vorlagen, Präzedenzfällen, E-Mails und Kanzleidossiers liegt, ist DeepJudge darauf ausgelegt, dieses Wissen auffindbar und nutzbar zu machen.
Wenn der gesuchte Wert in den Quellen des Schweizer Rechts und im Aufbau einer juristischen Analyse liegt, erfüllt Silex dieses Bedürfnis direkter. Ziel ist nicht nur, ein Dokument zu finden, sondern anwendbare Regeln zu verstehen, Quellen zu vergleichen, Referenzen zu prüfen und eine nützliche Antwort zu formulieren.
Sicherheit und Vertraulichkeit
DeepJudge veröffentlicht eine Sicherheitsseite, wonach die Plattform SOC 2 Type II und ISO 27001 zertifiziert ist. Sie nennt außerdem Verschlüsselung ruhender und übertragener Daten, kontinuierliche Synchronisierung von Berechtigungen mit Quellsystemen, Einhaltung von Ethical Walls, Authentifizierung, konfigurierbare Audit Logs, Indexierungskontrollen und kein Training auf Kundendaten.
DeepJudge gibt zudem an, in der eigenen Cloud, in der Cloud des Kunden oder On-Premises gehostet werden zu können, mit Wahl des KI-Modells und der Datenresidenz. Für juristische Organisationen ermöglicht dies, die Bereitstellung an interne Anforderungen, Vertraulichkeitsregeln und vertragliche Vorgaben anzupassen.
Silex hebt ebenfalls Vertraulichkeit, Schweizer Hosting und kein Training auf Kundendaten hervor. Jede Kanzlei oder Rechtsabteilung sollte Vertragsgarantien prüfen: Unterauftragnehmer, Datenresidenz, Logs, Aufbewahrung, Betreiberzugriff, Löschung und den genauen Umfang indexierter Daten.
Wann DeepJudge die richtige Wahl sein kann
DeepJudge kann besonders relevant sein für Kanzleien oder juristische Teams, die bereits ein großes Volumen interner Dokumente haben und dieses nutzbar machen möchten: Präzedenzfälle, Vorlagen, Dossiers, Korrespondenz, E-Mails, Wissensdatenbanken, DMS- oder SharePoint-Daten. Das Tool soll schnellen Zugang zum kollektiven Gedächtnis der Kanzlei geben.
DeepJudge kann auch passen, wenn eine Organisation KI-Workflows oder Agents auf eigenen Daten aufbauen möchte, während bestehende Berechtigungen respektiert werden. Für große Kanzleien kann diese Logik des institutionellen Wissens ein strategischer Hebel sein.
Wann Silex die richtige Wahl sein kann
Silex kann besser passen, wenn der Hauptbedarf Schweizer Rechtsrecherche ist: eine Rechtsfrage stellen, eine quellenbasierte Analyse erhalten, Referenzen prüfen, Rechtsprechung verstehen und eine nutzbare Antwort vorbereiten. Die Nutzung beginnt mit einer Rechtsfrage, nicht mit einer internen Dokumentendatenbank.
Silex ist auch relevant für Teams, die beim täglichen juristischen Denken Zeit sparen möchten, ohne eine Plattform zur Indexierung ihres gesamten internen Wissens einzuführen. Für berufsspezifische Anwendungen siehe auch KI für Anwälte und KI Notar.
DeepJudge vs Silex: wie entscheiden?
- Internes Wissen: Wenn es darum geht, Dokumente und Präzedenzfälle Ihrer Kanzlei zu finden, ist DeepJudge sehr relevant.
- Schweizer Rechtsquellen: Wenn es darum geht, eine Schweizer Rechtsfrage zu analysieren, erfüllt Silex dieses Bedürfnis direkt.
- KI-Workflows: Wenn Sie Agents mit Ihrem DMS und internen Daten verbinden möchten, ist DeepJudge dafür konzipiert.
- Rechtsantwort: Wenn Sie von einer Frage ausgehen und eine quellenbasierte Analyse erhalten möchten, ist Silex direkter auf diesen Fluss ausgerichtet.
- Bereitstellung: Vergleichen Sie Integrationszeit, zu indexierende Daten, Berechtigungen, Residenz und Vertragsgarantien.
Um Silex mit konkreten Schweizer Rechtsfällen zu testen, können Sie eine Demo buchen. Wenn Sie auch mit allgemeinen KI-Tools vergleichen, erklärt ChatGPT vs Silex, warum Schweizer Rechtsspezialisierung die Nutzung verändert.
FAQ: DeepJudge vs Silex
Ist DeepJudge eine juristische KI?
Ja. DeepJudge präsentiert sich als KI-Plattform für juristische Teams mit Fokus auf internes Wissen, KI-Workflows und Agents, die mit Kanzleidaten verbunden sind.
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen DeepJudge und Silex?
DeepJudge zielt vor allem auf die Nutzung internen Wissens einer Kanzlei oder Organisation. Silex ist eine Schweizer Legal AI mit Fokus auf Recherche, Analyse und rechtliches Denken im Schweizer Recht.
Nutzt DeepJudge Kundendaten zum Training seiner Modelle?
Die Sicherheitsseite von DeepJudge gibt an, dass DeepJudge nicht auf Kundendaten trainiert, damit diese privat und sicher bleiben.
Können DeepJudge und Silex komplementär sein?
Ja. DeepJudge kann interne Dokumente und Präzedenzfälle einer Kanzlei nutzbar machen, während Silex hilft, Schweizer Rechtsquellen zu analysieren und eine quellenbasierte Rechtsantwort zu formulieren.
Welches Tool für Schweizer Rechtsrecherche?
Wenn die Frage Ihre internen Dokumente betrifft, ist DeepJudge dafür konzipiert, dieses Wissen zu finden und zu nutzen. Wenn die Frage Schweizer Recht betrifft und eine quellenbasierte Analyse erfordert, ist Silex dafür konzipiert.


