
KI kann bei der Vorbereitung eines öffentlichen Testaments helfen. Sie dient dazu, den letzten Willen zu klären, offene Fragen aufzuzeigen und den Notartermin vorzubereiten. Sie ersetzt nicht die Errichtung der Urkunde.
In der Schweiz wird das öffentliche Testament von einer Urkundsperson, meist einem Notar, aufgenommen. Zwei Zeugen wirken dabei mit. Silex hilft dabei, Unterlagen zu prüfen, sie mit der Rechtslage abzugleichen und den Termin vorzubereiten.
Kurz gesagt: Was die KI liefern sollte
Ein sinnvoller Einsatz beschränkt sich nicht darauf, ein Testament zu „schreiben“. Ziel ist ein Arbeitsdokument für den Notar: eine Übersicht der Verfügungen, Erben, Vermächtnisse, Auflagen und Willensvollstrecker; eine Darstellung der familiären und vermögensrechtlichen Situation; noch offene Fragen, Pflichtteile, Schenkungen, Vermögenswerte im Ausland; die für den Termin benötigten Unterlagen; ein Vergleich der Versionen, falls mehrere Entwürfe existieren.
Ein generierter Text ist kein öffentliches Testament. Ein ausgedrucktes PDF ist kein eigenhändiges Testament. Das Unterschreiben eines KI-Entwurfs begründet keine rechtsgültige Urkunde.
Der Schweizer Rahmen in Kürze
Das eigenhändige Testament muss vollständig von Hand geschrieben sein. Es muss vom Erblasser datiert und unterzeichnet werden.
Das öffentliche Testament unterscheidet sich davon. Die Urkundsperson verfasst die Urkunde. Der Erblasser liest sie und unterzeichnet sie. Die Urkundsperson datiert und unterzeichnet sie ebenfalls. Zwei Zeugen bestätigen, dass der Erblasser erklärt hat, die Urkunde enthalte seinen letzten Willen, und dass er verfügungsfähig erscheint. Art. 499 ff. ZGB.
Die Zeugen dürfen weder nahe Angehörige noch Begünstigte sein. Sie müssen den Inhalt nicht kennen. Quellen: Fedlex und ch.ch – Testamente und Erbverträge.
Was Sie vom Tool verlangen sollten
Fordern Sie eine strukturierte Ausgabe an, keinen langen, „unterschriftsreifen“ Text. Familie: Ehepartner, Kinder, Patchwork-Familie, Güterstand. Verfügungen: Wer erbt, wer erhält ein Vermächtnis, wer wird mit was beauftragt. Willensvollstrecker: Ja oder nein und nach welchen Kriterien.
Sensible Punkte: Pflichtteil, bereits erfolgte Schenkungen, Unternehmen, Vermögenswerte im Ausland. Abweichungen: zwei Entwurfsversionen, die sich widersprechen. Fragen an den Notar: was im Termin noch geklärt werden muss. Unterscheiden Sie zwischen dem, was der Klient gesagt hat, und dem, was die KI ergänzt hat. Ohne diese Trennung ist der Entwurf gefährlich. Siehe KI-Rechtsanalyse.
Unterlagen für den Termin
Identitäts- und Zivilstandsnachweise: Ehe, Scheidung, Partnerschaft. Ehevertrag, falls vorhanden. Angehörige und vorgesehene Begünstigte. Grundbuchauszüge, Kontoauszüge, Versicherungen, Vorsorgeunterlagen. Bestehende Testamente oder Erbverträge. Bekannte frühere Schenkungen.
Die KI kann diese Dokumente indexieren. Sie ersetzt jedoch keine Beratung zu Pflichtteilen oder zum Güterstand.
Fragen, die die KI aufwerfen sollte
Gibt es einen Ehegatten und Nachkommen mit Pflichtteilsanspruch? Seit 2023 haben Eltern keinen Pflichtteilsanspruch mehr. Könnte ein vorgesehener Begünstigter als Zeuge fungieren? Grundsätzlich nein. Gibt es für ein Konto oder eine Police bereits eine Begünstigung außerhalb des Testaments?
Ist ein Willensvollstrecker erforderlich, insbesondere bei absehbaren Konflikten? Ist die Hinterlegung und Registrierung im Zentralen Testamentsregister (ZTR) vorgesehen? Wäre ein Erbvertrag besser geeignet als ein einseitiges Testament?
Die KI stellt diese Fragen. Sie berechnet jedoch keinen „Pflichtteil“, als wäre es ein gerichtliches Urteil.
Was die KI nicht leisten kann
Sie nimmt das Testament nicht anstelle des Notars entgegen. Sie übernimmt nicht die Rolle der Zeugen. Sie beurteilt nicht die Testierfähigkeit. Sie wandelt keinen gedruckten Text in ein eigenhändiges Testament um. Sie registriert die Urkunde nicht im ZTR. Sie trifft für Sie keine Wahl zwischen eigenhändigem Testament, öffentlicher Beurkundung oder Erbvertrag.
Ein öffentlicher Chatbot ist keine geeignete Umgebung für personenbezogene Anweisungen. Siehe ChatGPT vs. Silex, KI-Notar und KI-Notariat.
Öffentliche Beurkundung, eigenhändig oder Erbvertrag?
Eigenhändig: einfacher, aber anfälliger für Formfehler. Nützlich für sehr klare Verfügungen.
Öffentlich / beurkundet: sicherer. Nützlich bei komplexen Unterlagen, bei Schwierigkeiten mit der Schriftform oder wenn ein notarieller Rahmen gewünscht ist.
Erbvertrag: immer beurkundet. Er basiert auf einer Vereinbarung. Er kann nicht einseitig wie ein Testament widerrufen werden.
KI kann diese Optionen klären. Die Entscheidung bleibt professionell. Für Privatpersonen: Rechts-KI für Privatpersonen. Verstehen ist nicht gleichbedeutend mit rechtsgültigem Verfügen.
6-Schritte-Methode
Zuerst sammeln: Familie, Vermögen, Wünsche, Dokumente. Dann strukturieren: Verfügungsplan und noch offene Punkte. Dann hinweisen: Pflichtteil, Zeugen, Abweichungen zwischen Versionen. Dann vorbereiten: Fragen und Unterlagen für den Termin.
Anschließend validieren: Der Notar korrigiert und bereitet die Urkunde vor. Schließlich beurkunden: Verlesung, Unterschriften, Zeugen, Hinterlegung. Ohne KI.
KI beschleunigt das Sammeln, Strukturieren, Hinweisen und Vorbereiten. Ab dem 26. August 2026 ermöglicht Silo das Abfragen dieser Dokumente in Silex und den Rückgriff auf das Originaldokument. Ein bald verfügbarer Aktenanalyse-Agent wird einen ersten Durchlauf des Korpus vornehmen. Die Validierung und Beurkundung bleiben menschlich.
Überprüfung vor der Übermittlung des Entwurfs an den Notar
Ist der Text klar als Entwurf gekennzeichnet? Sind die Aussagen des Mandanten von den KI-Vorschlägen getrennt? Sind Begünstigte und mögliche Zeugen klar unterschieden?
Sind Fragen zum Pflichtteil und zur Vorsorge identifiziert? Wurden keine personenbezogenen Daten in ein öffentliches Tool kopiert? Sind die Dokumente in einem Tool isoliert, das zwischen Organisationen getrennt ist? Hat der Fachmann vor dem Termin Korrektur gelesen?
Nach dem Todesfall ändert sich die Art des Dossiers. Siehe KI für einen Erbgang.
Vertraulichkeit
Ein Testament betrifft Familie, Vermögen und persönliche Wünsche. Es ist hochsensibel.
Bevor Sie ein Tool nutzen: Wo liegen die Daten? Wer hat Zugriff darauf? Werden sie zum Training eines Modells verwendet? Sind sie zwischen Organisationen isoliert?
Ansehen Silex-Sicherheit und KI und Datenschutz. Quelle: EDÖB – KI und Datenschutz.
Für wen ist das nützlich?
Für Notare: Strukturierung des Termins. Siehe KI für Notare. Für Kanzleimitarbeiter: Zusammenstellung der Unterlagen und Zusammenfassung. Siehe KI im Notariat.
Für Anwälte: Recherche und Notizen. Siehe KI für Anwälte. Für Vermögensjuristen: Vorbereitung vor der Beurkundung. Siehe KI für Juristen.
Die Rolle von Silex
Silex unterstützt bei der Vorbereitung von Nachlassakten. Suchen. Analysieren. Strukturieren. Das Tool erstellt kein unterschriftsreifes Testament. Drei Neuerungen bleiben in derselben Umgebung.
Silo, ab dem 26. August 2026
Silo durchsucht Ihre Dokumente direkt aus Silex. Entwürfe, Eheverträge, Titel, Auszüge, Vorlagen. Zudem verknüpft es diese mit den entsprechenden Rechtsquellen.
Jede Antwort ist mit Quellen belegt. Sie können jederzeit auf das Originaldokument zurückgreifen. Die in Silo Storage hochgeladenen Dateien werden in der Schweiz bei Infomaniak in einer souveränen Cloud gehostet. Sie werden nicht zum Training der Modelle verwendet und nicht mit anderen Organisationen geteilt.
Fallanalyse, bald verfügbar
Der Agent verarbeitet ein vollständiges Dossier in einem Schritt. Dokumente, Korrespondenz, Schriftsätze, PDFs, Audioaufnahmen sowie eine Situationsbeschreibung und Ihre Anweisungen.
Angestrebtes Ergebnis: Zusammenfassung, Kernpunkte, fehlende Elemente, zu beachtende Aspekte, Dokumentenentwürfe. Es handelt sich um einen Entwurf für den Termin. Kein öffentliches Dokument. Kein eigenhändiges Testament.
Neue Pakete, ab dem 26. August 2026
Die Tarife beinhalten Silo sowie die neuen KI-Agenten. Speicherplatz und Credits sind auf das jeweilige Angebot abgestimmt. Siehe Preise.
Siehe Produkt, die Lösungen und KI-Recht. Zum Testen buchen Sie eine Demo oder kontaktieren Sie das Team. Ergänzungen: FAQ und Rechtsbeobachtung.
FAQ: KI für ein notarielles Testament
Kann eine KI ein notarielles Testament erstellen?
Nein. Sie erstellt lediglich einen Entwurf. Nur ein zuständiger Amtsträger kann die Urkunde im Beisein von zwei Zeugen beurkunden.
Welche Unterlagen sollten angefordert werden?
Einen Plan der Verfügungen, eine Liste der benötigten Dokumente, offene Fragen sowie einen klar als solchen gekennzeichneten Entwurf. Keinesfalls ein unterschriftsreifes Dokument.
Ist ein von einer KI ausgedruckter Text ein eigenhändiges Testament?
Nein. Ein eigenhändiges Testament muss vollständig handschriftlich verfasst, datiert und unterschrieben sein.
Kann sich eine Privatperson auf einen Chatbot verlassen?
Nicht für ein notarielles Testament. Der Chatbot bietet weder die erforderliche Form noch Beratung oder Hinterlegung. Personenbezogene Anweisungen haben in einem öffentlich zugänglichen Tool nichts zu suchen.
Wie lassen sich die Unterlagen in Silex abfragen?
Mit Silo können Sie ab dem 26. August 2026 Ihre Dokumente abfragen und mit der Rechtslage abgleichen. Sie gelangen direkt zum Originaldokument. Ein bald verfügbarer Analyse-Agent wird einen gesamten Korpus auf einmal auswerten können. Die öffentliche Beurkundung, die Zeugen und die Hinterlegung bleiben außerhalb der KI.
Kann die KI die Zeugen auswählen?
Nein. Sie kann lediglich darauf hinweisen, dass ein Begünstigter oder ein Angehöriger in der Regel kein zulässiger Zeuge ist.
Ersetzt Silex den Notar?
Nein. Silex unterstützt bei der Vorbereitung. Die Beurkundung und die Verantwortung verbleiben beim Fachmann.


