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Kann KI Notariate entlasten, ohne Verantwortung zu verlagern?

June 5, 2026

Ja, sofern KI ein unterstützendes Werkzeug bleibt.

Sie kann helfen, Unterlagen zu sortieren, Akten vorzubereiten, Dokumente zu vergleichen und gewisse Recherchen zu beschleunigen. In der Schweiz muss sie jedoch zwei wesentlichen Anforderungen gerecht werden: den Besonderheiten des kantonalen Rechts und der Vertraulichkeit der Daten.

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Wie KI ein Notariat unterstützen kann

Notariate bearbeiten zahlreiche Dokumente: Grundstückkaufverträge, Testamente, Erbverträge, Eheverträge und behördliche Unterlagen.

KI kann eine erste Durchsicht dieser Dokumente vornehmen, die wichtigsten Informationen extrahieren und auf fehlende oder widersprüchliche Angaben hinweisen.

Bei einem Grundstückkauf kann sie zum Beispiel eine Chronologie erstellen, behördliche Daten auffinden oder vor dem Entwurf der Urkunde mehrere Unterlagen vergleichen.

Die Methode zur Prüfung einer Liegenschaftsakte wird in unserem Artikel über die notarielle Due Diligence durch KI vorgestellt.

Für Erbsachen lesen Sie auch unsere Leitfäden KI für einen Erbschaftsakt und KI für ein öffentliches Testament.

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Eine Urkunde vorbereiten, ohne die Schlussredaktion zu delegieren

KI kann bei der Vorbereitung einer Urkunde helfen. Sie kann die Angaben der Klientschaft ordnen, eine Struktur vorschlagen, prüfen, ob bestimmte Klauseln enthalten sind, oder Formulierungen vereinheitlichen.

Die Schlussredaktion bleibt jedoch unter der Kontrolle der Notarin oder des Notars. Die öffentliche Urkunde hat im Schweizer Recht eine besondere Beweiskraft und muss nach den Regeln errichtet werden, die im betreffenden Kanton gelten.

KI kann den wirklichen Willen der Parteien, ihre Handlungsfähigkeit oder die menschlichen Aspekte einer Familiensituation nicht allein beurteilen.

Für Fragen zu Familienangelegenheiten lesen Sie unseren Artikel KI und Familienrecht.

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Heikle Klauseln erkennen

In einem Erbvertrag, einem Ehevertrag oder einer anderen komplexen Urkunde können einzelne Klauseln weitreichende Folgen haben.

KI kann mehrere Versionen eines Dokuments vergleichen und eine Änderung, eine ungewöhnliche Formulierung oder einen Widerspruch hervorheben.

Sie dient dann als Warnsystem. Anschliessend muss die Notarin oder der Notar beurteilen, ob der gemeldete Punkt tatsächlich ein rechtliches Risiko darstellt.

Diese Methode wird in unserem Artikel über die KI-gestützte Rechtsanalyse ausführlicher erklärt.

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Repetitive Aufgaben automatisieren

Ein Teil der Arbeit in einem Notariat besteht aus administrativen Aufgaben, die nicht immer ein direktes Eingreifen der Notarin oder des Notars erfordern.

KI kann helfen, Informationen zu sammeln, einzelne Arbeitsdokumente vorzubereiten oder vor einem Termin erste Fragen zu stellen.

Die gewonnene Zeit kann dann in die rechtliche Analyse und die Beratung fliessen.

Für Klientinnen und Klienten, die sich auf ihren Beratungstermin vorbereiten möchten, zeigt unser Leitfaden, wie sich juristische KI für Private nutzen lässt.

Wie sich ein Notariat mit KI allgemein organisieren lässt, behandelt unser Artikel KI im Notariat.

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Quellen im Schweizer Recht prüfen

In notariellen Angelegenheiten ist eine juristische Antwort nur nützlich, wenn sie auf einer überprüfbaren Quelle beruht, die im richtigen Kanton gilt.

Ein allgemeines KI-Tool kann mitunter Bundesrecht, kantonales Recht oder sogar ausländische Regeln vermischen. Es kann auch einen falschen Verweis liefern.

Notarinnen und Notare müssen die Quelle einer Antwort deshalb leicht auffinden können.

Beim Bundesrecht lassen sich die Texte auf Fedlex nachlesen. Beim kantonalen Recht sind die amtlichen Quellen des betreffenden Kantons zu konsultieren.

Die Geschwindigkeit des Tools zählt weniger als seine Fähigkeit, präzise und leicht überprüfbare Quellenangaben zu liefern.

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Klientendaten schützen

Notariate bearbeiten besonders sensible Informationen: Vermögen, Familienverhältnisse, Bankkonten, Erbschaften und Nachfolgeplanungen.

Bevor diese Daten an eine KI gehen, ist zu prüfen, wo sie gespeichert sind, wer darauf zugreifen kann und ob sie zum Training der Modelle dienen.

Das Datenschutzgesetz (DSG) gilt für Datenbearbeitungen mit künstlicher Intelligenz. Das Berufsgeheimnis verlangt zudem einen besonders genauen Blick auf die Nutzungsbedingungen des Tools.

Dass ein Anbieter Verschlüsselung verspricht, reicht allein nicht aus. Zu prüfen sind auch der Hosting-Standort, die Zugriffsberechtigungen, die Auftragsbearbeiter und die Regeln zum Training der Modelle.

Der rechtliche Rahmen wird in unserem Artikel KI und Datenschutz ausführlich erläutert.

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Was die Notarin oder der Notar immer selbst prüfen muss

KI kann Informationen ordnen und auf Widersprüche hinweisen, sie trägt aber weder rechtliche Verantwortung, noch versteht sie die menschliche Situation vollständig.

Die Notarin oder der Notar muss deshalb stets den Willen der Parteien, die Widerspruchsfreiheit der Urkunde und die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen kontrollieren.

Bei Unklarheiten sollte das Tool den zu prüfenden Punkt hervorheben, statt eine Schlussfolgerung als gesichert darzustellen.

Die Regel bleibt einfach: Die KI bereitet die Arbeit vor, die Notarin oder der Notar entscheidet und validiert.

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Die juristische Recherche in die Tools des Notariats integrieren

Eine KI-Lösung lässt sich leichter einführen, wenn sie sich direkt in die bereits genutzte Software einfügt.

Die Integration von Silex in WinLex und SkyLex ermöglicht es zum Beispiel, eine juristische Recherche zu starten, ohne die laufende Akte zu verlassen.

Die Partnerschaft zwischen Silex und MCR Solutions verfolgt dasselbe Ziel: die KI-gestützte juristische Recherche in bestehende Arbeitsprozesse zu integrieren.

Notarinnen und Notare können so eine Regel nachschlagen oder eine Quelle prüfen, ohne ständig das Tool zu wechseln.

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Wie Sie ein geeignetes Tool für das Notariat wählen

Die Wahl sollte nicht allein von der Qualität der erzeugten Texte abhängen.

Zu prüfen sind vor allem der Speicherort der Daten, die Zugriffsregeln, eine allfällige Verwendung der Dateien zum Training der Modelle und die Qualität der Rechtsquellen.

Ein Hosting in der Schweiz kann den Umgang mit sensiblen Akten vereinfachen, auch wenn das DSG nicht in jedem Fall verlangt, dass alle Daten in der Schweiz bleiben.

Der Vertrag mit dem Anbieter sollte auch festhalten, dass die Dokumente der Klientschaft nicht zum Training oder zur Verbesserung der Modelle weiterverwendet werden.

Schliesslich muss das Tool es ermöglichen, die Rechtsquelle jeder wichtigen Antwort aufzufinden.

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Was Silex Notarinnen und Notaren bietet

Silex ist auf die juristische Recherche im Schweizer Recht und auf die Analyse von Dokumenten ausgelegt.

Mit Silo kann das Notariat seine eigenen Unterlagen abfragen und sie gleichzeitig mit den Rechtsquellen verknüpfen, die in der Analyse verwendet werden.

Nach Angaben von Silex werden die Daten in der Schweiz bei Infomaniak gehostet, und Kundendateien werden nicht zum Training der Modelle verwendet.

Die Funktionen des Tools werden auf der Seite Silex Produkt vorgestellt, die Sicherheitsgarantien auf der Seite Sicherheit und Berufsgeheimnis beschrieben.

Die verschiedenen Angebote finden Sie auf der Seite Silex Preise. Die Seite Lösungen nach Praxis stellt ausserdem die Anwendungen für Notarinnen und Notare vor.

Die Privatbank Bordier & Cie nutzt Silex für ihre juristische Recherche. Die Partnerschaft zwischen Silex und EXPERTsuisse richtet sich namentlich an Fachleute aus Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Treuhand.

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Bevor ein Notariat KI einführt

Bevor eine Lösung bei echten Akten zum Einsatz kommt, muss das Notariat einige wesentliche Punkte prüfen: Sind die Daten ausreichend geschützt? Werden die Dateien zum Training der Modelle verwendet? Sind die Rechtsquellen überprüfbar? Ist der Zugriff auf die richtigen Personen beschränkt?

Zudem braucht es ein Verfahren zur menschlichen Kontrolle, bevor ein Ergebnis in einer Urkunde oder einer Beratung verwendet wird.

Um diese Kriterien mit Ihren eigenen Akten zu testen, können Sie eine Demo buchen.

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Das Wichtigste in Kürze

KI kann Notariaten Zeit sparen, indem sie Unterlagen ordnet, Urkunden vorbereitet, Dokumente vergleicht und die juristische Recherche erleichtert.

Sie ersetzt jedoch weder die Analyse noch die Prüfung noch die Unterschrift der Notarin oder des Notars.

Um nützlich zu sein, muss das Tool überprüfbare Quellen bieten, die Klientendaten schützen und den endgültigen Entscheid der Fachperson überlassen.

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FAQ

Kann KI eine notarielle Urkunde unterzeichnen?

Nein. Unterzeichnung und Validierung der Urkunde bleiben Sache der Personen, die nach dem anwendbaren Recht dazu befugt sind.

Lassen sich die Daten eines Notariats beim Einsatz von KI schützen?

Ja, sofern das Tool ausreichende Garantien zu Hosting, Zugriffsrechten, Verschlüsselung und zur Verwendung der Dateien für das Training der Modelle bietet.

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