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Spart KI Anwälten Zeit, ohne dass sie die Kontrolle verlieren?

June 16, 2026

Ja, sofern KI ein unterstützendes Werkzeug bleibt und jedes Ergebnis von einer Fachperson geprüft wird.

In der Schweiz sind zwei Punkte zentral: das Berufsgeheimnis zu schützen und keinen juristischen Entscheid an die KI zu delegieren, für den die Anwältin oder der Anwalt zuständig ist.

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Wie KI einer Anwaltskanzlei helfen kann

Kanzleien müssen immer mehr Dokumente bearbeiten: Verträge, Verfahrensakten, E-Mails, Rechtsprechung und Lehre.

KI kann das Lesen und Ordnen dieser Informationen beschleunigen. In einem M&A-Mandat kann sie zum Beispiel bestimmte Klauseln in zahlreichen Verträgen auffinden. In einem Strafverfahren kann sie helfen, anhand der Akten eine Chronologie zu erstellen. Für ein Beratungsmandat kann sie eine erste juristische Recherche vorbereiten.

Ziel ist es nicht, das Fachwissen der Anwältinnen und Anwälte zu ersetzen, sondern den Zeitaufwand für repetitive Aufgaben zu verringern, damit mehr Raum für Analyse, Strategie und Beratung bleibt.

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Aufgaben, die man der KI übertragen kann

KI ist vor allem in den ersten Phasen der juristischen Arbeit nützlich.

Sie kann eine umfangreiche Akte zusammenfassen, mehrere Versionen eines Vertrags vergleichen, bestimmte Klauseln auffinden oder den Sachverhalt eines Falls ordnen.

Sie kann auch eine Gliederung für ein Memo oder eine Rechtsschrift vorschlagen, einen Text umformulieren oder seinen Detaillierungsgrad an die jeweilige Leserschaft anpassen.

Diese Ergebnisse bleiben Arbeitsdokumente. Die Anwältin oder der Anwalt muss die endgültige Fassung immer prüfen und anpassen.

Für die Vertragsanalyse lesen Sie auch unseren Artikel darüber, wie Sie Klauseln mit KI vergleichen.

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Juristische Recherche und Rechtsprechung

KI kann auch die juristische Recherche beschleunigen, weil sich Fragen in natürlicher Sprache stellen lassen.

Sie kann einschlägige Entscheide aufspüren, verschiedene Rechtsprechungslinien vergleichen und helfen, Argumente für oder gegen eine These zu erkennen.

Anwältinnen und Anwälte können so mehr Zeit in die Auslegung der Quellen investieren als in die Suche danach.

Diese Methode ist nur zuverlässig, wenn sich die Quellenangaben öffnen und überprüfen lassen. Unser Artikel über die KI-gestützte Rechtsanalyse stellt diesen Ansatz ausführlicher vor.

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Die Empfehlungen des SAV

Der Schweizerische Anwaltsverband (SAV) hat im Juni 2024 Leitlinien zum Einsatz künstlicher Intelligenz verabschiedet.

Er anerkennt den Nutzen solcher Tools für Aufgaben wie Übersetzungen, die Analyse grosser Dokumentenmengen oder die Unterstützung beim Verfassen von Texten.

Er erinnert jedoch daran, dass KI an den Berufspflichten der Anwältinnen und Anwälte nichts ändert. Berufsgeheimnis, Vertraulichkeit der Daten und Überprüfung der Ergebnisse bleiben unerlässlich.

Kanzleien tun deshalb gut daran, klare interne Regeln festzulegen: welche Tools erlaubt sind, welche Daten ihnen übermittelt werden dürfen und welche Kontrollen vor der Verwendung eines Ergebnisses nötig sind.

Für Unternehmen stellt unser Leitfaden zur KI-Strategie im Unternehmen eine Methode für die schrittweise Einführung vor.

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Quellen prüfen, um Halluzinationen zu vermeiden

Eine juristische Antwort ist nur nützlich, wenn sie sich überprüfen lässt.

Allgemeine KI-Tools können mitunter einen Entscheid erfinden, eine überholte Regel zitieren oder verschiedene Rechtsordnungen verwechseln. Eine überzeugende Formulierung garantiert also nicht, dass die Information korrekt ist.

Für das Schweizer Recht müssen Anwältinnen und Anwälte die amtliche Quelle finden können: Fedlex für das Bundesrecht, die kantonalen Quellen für das kantonale Recht oder die offiziellen Rechtsprechungsdatenbanken.

Jede wichtige Fundstelle muss geöffnet und geprüft werden, bevor sie in einem Mandat verwendet wird.

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Die Daten der Kanzlei schützen

Anwaltsakten enthalten oft hochsensible Informationen: Verfahrensdokumente, Geschäftsgeheimnisse, Personendaten oder Prozessstrategien.

Vor dem Einsatz eines KI-Tools muss die Kanzlei deshalb wissen, wo die Daten gespeichert werden, wer darauf zugreifen kann und ob sie zum Training von Modellen weiterverwendet werden.

Das Datenschutzgesetz (DSG) gilt für Datenbearbeitungen mit KI. Birgt eine Bearbeitung ein hohes Risiko für die betroffenen Personen, kann nach Art. 22 DSG eine Datenschutz-Folgenabschätzung erforderlich sein.

Zu prüfen sind ausserdem der Hosting-Standort und allfällige Bekanntgaben ins Ausland.

Der rechtliche Rahmen wird in unserem Artikel KI und Datenschutz ausführlich erläutert.

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KI unterstützt, Anwältinnen und Anwälte entscheiden

Die KI kennt weder alle Ziele der Klientschaft noch deren Risikobereitschaft noch die menschliche Tragweite des Mandats.

Sie kann eine Zusammenfassung vorbereiten, eine Struktur vorschlagen oder eine Quelle finden. Sie darf aber nicht allein über die Strategie entscheiden, den Sachverhalt abschliessend rechtlich würdigen oder zwischen mehreren rechtlichen Optionen wählen.

Diese Entscheide bleiben in der Verantwortung der Anwältin oder des Anwalts.

Die richtige Aufgabenteilung ist einfach: Die KI bereitet die Arbeit vor und ordnet sie; die Anwältin oder der Anwalt analysiert, entscheidet und validiert.

Diese Grenze gilt auch für Private, wie unser Artikel über juristische KI für Private erklärt.

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Ein Tool wählen, das zum Schweizer Recht passt

Die Wahl einer KI-Lösung kann sich direkt auf die Qualität der Arbeit und den Ruf der Kanzlei auswirken.

Ein gutes Tool muss überprüfbare Quellen, klare Garantien zum Umgang mit den Daten und eine Funktionsweise bieten, die mit dem Schweizer Recht vereinbar ist.

Zu prüfen sind auch die Vertragsbedingungen, der Hosting-Standort und die Regeln für Klientendateien.

Auf der Seite Lösungen nach Praxis beschreibt Silex seine Einsatzbereiche, namentlich für Anwältinnen, Anwälte und Kanzleien. Auch die Privatbank Bordier & Cie nutzt Silex für ihre juristische Recherche.

Die verschiedenen Angebote werden auf der Seite Silex Preise vorgestellt.

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Wie Silex die Daten schützt

Nach Angaben von Silex werden die Daten in der Schweiz bei Infomaniak gehostet, und Kundendateien werden nicht zum Training der Modelle verwendet.

Die Daten werden zudem bei der Übertragung und bei der Speicherung verschlüsselt, und der Zugriff ist auf berechtigte Nutzerinnen und Nutzer beschränkt.

Die von Silex angegebenen Massnahmen sind auf der Seite Sicherheit und Berufsgeheimnis beschrieben.

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Wie Silex hilft, die Recherche zu strukturieren

Silex ist darauf ausgelegt, Anwältinnen und Anwälten beim Recherchieren und Strukturieren von Informationen zu helfen, ohne ihr juristisches Denken zu ersetzen.

Das Tool kann die wichtigen Punkte einer Akte hervorheben, Rechtsquellen vorschlagen und helfen, eine präzisere Frage zu formulieren.

Die Anwältin oder der Anwalt behält die Kontrolle über die endgültige Antwort und entscheidet, welche Argumente verwendet werden.

Die Funktionen des Tools werden auf der Seite Silex Produkt vorgestellt.

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KI in die Tools der Kanzlei integrieren

Eine Lösung lässt sich leichter einführen, wenn sie sich in die bereits genutzte Kanzleisoftware einfügt.

Die Integration von Silex in WinLex und SkyLex ermöglicht es zum Beispiel, eine Recherche zu starten, ohne die elektronische Akte zu verlassen.

Die Partnerschaft zwischen Silex und MCR Solutions verfolgt dasselbe Ziel, indem sie die KI-gestützte juristische Recherche in bestehende Arbeitsprozesse integriert.

Die Partnerschaft zwischen Silex und EXPERTsuisse richtet sich ihrerseits an Fachleute aus Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Treuhand.

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Bevor eine Kanzlei KI einführt

Bevor eine Lösung in echten Mandaten zum Einsatz kommt, muss die Kanzlei einige wesentliche Punkte prüfen: die Datensicherheit, die Qualität der Quellen, die Wahrung des Berufsgeheimnisses und eine systematische menschliche Kontrolle.

Die Teams müssen ausserdem darin geschult werden, die Antworten zu überprüfen und die Grenzen des Tools zu verstehen.

Für Studierende sowie angehende Anwältinnen und Anwälte stellt unser Artikel KI für Jusstudierende eine Lernmethode vor, bei der das menschliche Denken im Mittelpunkt bleibt. Studierende einer Schweizer Universität können sich zudem über Silex Campus informieren.

Um diese Kriterien mit Ihren eigenen Akten zu testen, können Sie eine Demo buchen.

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Das Wichtigste in Kürze

KI kann Anwältinnen und Anwälten bei der Recherche, beim Zusammenfassen, beim Vergleichen von Dokumenten und beim Entwerfen von Texten Zeit sparen.

Sie muss jedoch in einer sicheren Umgebung eingesetzt werden, mit überprüfbaren Quellen und menschlicher Validierung.

Strategie, Beratung und die letzte Verantwortung liegen immer bei der Anwältin oder beim Anwalt.

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