
Künstliche Intelligenz ersetzt keine Juristinnen und Juristen. Sie hilft ihnen, schneller Informationen zu recherchieren, Dokumente zu analysieren und eine Argumentation zu strukturieren.
In der Schweiz geht es darum, Zeit zu sparen und dabei das Berufsgeheimnis, die Vertraulichkeit und die Datensicherheit zu wahren.
Was KI-gestützte Rechtsanalyse umfasst
KI-gestützte Rechtsanalyse geht weiter als eine einfache automatische Zusammenfassung. Sie kann Dokumente prüfen, mehrere Quellen miteinander abgleichen, die wichtigen Fakten erkennen und eine Synthese vorbereiten, die Juristinnen und Juristen weiterhilft.
Sie kann insbesondere dabei helfen:
- die wichtigen Fakten einer Akte zu erkennen;
- die zentralen Rechtsfragen zu identifizieren;
- mehrere Quellen oder Entscheide zu vergleichen;
- eine strukturierte Synthese vorzubereiten;
- verschiedene Argumentationslinien herauszuarbeiten.
Die Verantwortung für die abschliessende Analyse bleibt jedoch bei der Fachperson. Die KI bereitet die Arbeit vor, aber Juristinnen und Juristen prüfen die Quellen, die Logik und die Anwendung des Rechts.
Was KI bei der Dokumentenrecherche verändert
Rechtsfachleute müssen oft grosse Mengen an Dokumenten bearbeiten: Verträge, E-Mails, Beilagen, Verfahrensakten oder Gerichtsentscheide.
KI kann diese Arbeit beschleunigen, indem sie ein umfangreiches Dokument rasch zu einer Synthese verdichtet, eine bestimmte Information wiederfindet oder mehrere Versionen eines Textes vergleicht.
Sie kann auch eine weit gefasste Rechtsfrage in eine klare Liste der zu prüfenden Punkte umwandeln.
Ein schnelles Ergebnis ist aber nicht unbedingt ein richtiges. Jede wichtige Information muss von einer Fachperson kontrolliert werden, bevor sie verwendet wird.
Konkrete Anwendungen bei einer Akte
Bei einer komplexen Akte kann KI mehrere vorbereitende Aufgaben übernehmen:
- die Kernpunkte in mehreren hundert Seiten erkennen;
- die wichtigen Dokumente ausfindig machen;
- verschiedene Versionen eines Vertrags vergleichen;
- die wichtigsten vertraglichen Pflichten herausarbeiten;
- eine zusammenfassende Notiz vorbereiten;
- Denkansätze auf Grundlage der Fakten vorschlagen.
So können Juristinnen und Juristen mehr Zeit für Strategie, Argumentation und Beratung aufwenden.
Warum Schweizer Quellen unverzichtbar sind
Eine Rechtsanalyse ist nur zuverlässig, wenn sie auf Quellen beruht, die Juristinnen und Juristen wiederfinden und überprüfen können.
In der Schweiz bietet Fedlex namentlich Zugang zum Bundesrecht. Auch Rechtsprechung, Lehre und weitere relevante Quellen müssen klar ausgewiesen werden.
Mehr zur Suche nach Entscheiden erfahren Sie in unserem Artikel zur Schweizer Rechtsprechung mit KI.
Ein allgemeiner Assistent kann einen überzeugenden Text verfassen, ohne zwingend die richtigen Regeln des Schweizer Rechts anzuwenden. Ein juristisches Tool muss es dagegen ermöglichen, die Referenzen zu überprüfen und klar zwischen Gesetz, Rechtsprechung und Lehre zu unterscheiden.
Das grösste Risiko: der KI das juristische Denken überlassen
Eine KI kann falsche Informationen mit grosser Bestimmtheit liefern. Sie kann auch einen unzutreffenden Entscheid zitieren oder einen Sachverhalt missverstehen.
Juristinnen und Juristen dürfen eine generierte Antwort deshalb nie unbesehen übernehmen.
Die KI muss ein Werkzeug zur Vorbereitung bleiben. Jeder Vorschlag ist ein Arbeitsansatz, den die Fachperson vor der Verwendung prüfen muss.
Anwaltskanzleien und Rechtsabteilungen: unterschiedliche Anwendungen
Die Bedürfnisse unterscheiden sich je nach Organisation.
Eine Anwaltskanzlei kann KI nutzen, um Rechtsprechung zu recherchieren, eine komplexe Akte zu analysieren oder eine Notiz vorzubereiten.
Eine Rechtsabteilung kann sie eher dafür einsetzen, zahlreiche Verträge zu analysieren, interne Anfragen zu sortieren oder ein Vertragsportfolio zu überwachen.
In beiden Fällen ist das Bedürfnis dasselbe: eine verständliche und überprüfbare Analyse zu erhalten, ohne die Kontrolle über die Daten zu verlieren.
Klientendaten schützen
Juristische Dokumente enthalten oft sehr sensible Informationen: vertrauliche Verträge, Personendaten, Korrespondenz mit der Klientschaft oder Prozessstrategien.
Vor dem Einsatz eines KI-Tools ist daher zu prüfen:
- wo die Daten gehostet werden;
- wer darauf zugreifen kann;
- ob sie zum Training von Modellen verwendet werden;
- wie sie geschützt sind;
- ob bei hohem Risiko eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig ist.
Das Schweizer Datenschutzrecht gilt auch für Datenbearbeitungen mit KI.
Diese Fragen behandeln wir ausführlich in unserem Artikel KI und Datenschutz.
Wie Silex die Daten schützt
Silex ist für Schweizer Rechtsfachleute konzipiert.
Nach Angaben von Silex werden die Server in der Schweiz bei Infomaniak gehostet, und Kundendateien werden nicht zum Training der Modelle verwendet.
Mit dem Modul Silo lassen sich interne Dokumente in einer dedizierten Umgebung analysieren.
Einzelheiten finden Sie auf den Seiten Sicherheit und Produkt.
Silex in den Werkzeugen des Arbeitsalltags
KI lässt sich leichter einführen, wenn sie sich in die Werkzeuge einfügt, die Juristinnen und Juristen bereits nutzen.
Silex kann insbesondere mit WinLex und SkyLex genutzt werden, um Recherchen durchzuführen, ohne die gewohnte Arbeitsumgebung zu verlassen. Die Integration von Silex in WinLex und SkyLex wird in einem eigenen Artikel vorgestellt.
Die Partnerschaft mit MCR Solutions zielt ebenfalls darauf ab, die juristische Recherche in bestehende Arbeitsabläufe zu integrieren.
Auch Bordier & Cie nutzt Silex für die juristische Recherche.
Für Juristinnen und Juristen sowie Jusstudierende
Für Juristinnen und Juristen kann KI den Zeitaufwand für Recherche und Aktenorganisation verringern, wobei die abschliessende Analyse bei der Fachperson bleibt.
Studierenden kann sie helfen, Texte zu verstehen oder eine Recherche zu strukturieren, doch sie ersetzt nicht das Erlernen des juristischen Denkens.
Unser Artikel KI für Jusstudierende erklärt, wie sich diese Werkzeuge als Lernhilfe nutzen lassen.
Was Sie vor dem Einsatz einer juristischen KI prüfen sollten
Bevor Sie ein Tool in Ihre Praxis integrieren, prüfen Sie namentlich:
- dass die Daten angemessen geschützt sind;
- dass sie nicht zum Training der Modelle verwendet werden;
- dass sich die Rechtsquellen überprüfen lassen;
- dass das Tool das Berufsgeheimnis wahrt;
- dass bei hohem Risiko eine Datenschutz-Folgenabschätzung in Betracht gezogen wird;
- dass die Nutzerinnen und Nutzer zu den Grenzen der KI geschult sind.
Auf den Seiten Lösungen und Preise finden Sie die verschiedenen Angebote.
Um Silex an einer echten Rechtsfrage zu testen, können Sie eine Demo buchen.
FAQ
Kann KI eine Juristin oder einen Juristen ersetzen?
Nein. Sie kann helfen, Informationen zu recherchieren, zu ordnen und zu analysieren, doch für das Endergebnis bleiben Juristinnen und Juristen verantwortlich.
Sind die Daten sicher?
Nach Angaben von Silex werden die Daten in der Schweiz bei Infomaniak gehostet und nicht zum Training der Modelle verwendet.
Wie wählt man ein juristisches KI-Tool aus?
Die wichtigsten Kriterien stellen wir in unserem Artikel darüber vor, wie Sie einen juristischen KI-Assistenten wählen.
Für den privaten Gebrauch lesen Sie auch unseren Leitfaden zur juristischen KI für Private.


