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Legora vs Silex: Welche juristische KI eignet sich für Schweizer Recht?

July 12, 2026

Legora und Silex sind zwei KI-Lösungen für Rechtsfachpersonen, erfüllen aber nicht genau denselben Zweck. Legora präsentiert sich als “agentic operating system” für juristische Arbeit, mit Workflows, Recherche, Zusammenarbeit, Integrationen und Tools für Dokumentenreview. Silex ist eine Schweizer Legal AI für juristische Recherche, Analyse und rechtliches Denken im Schweizer Recht.

Ein seriöser Vergleich von Legora und Silex muss daher konkrete Nutzungen betrachten: breite und kollaborative juristische Workflows automatisieren, oder einen spezialisierten Assistenten nutzen, um Schweizer Rechtsquellen zu suchen, zu verstehen und auszuwerten.

Kurzvergleich: Legora und Silex

Legora und Silex richten sich beide an Juristinnen und Juristen, aber mit unterschiedlichen Prioritäten. Legora zielt auf ein verbundenes System zur Ausführung juristischer Arbeit in großem Maßstab, mit Agents, Dokumentenreview, Recherche, Zusammenarbeit und Integrationen. Silex konzentriert sich auf eine Schweizer Rechtsassistenz für Recherche, Synthese und quellenbasierte Analyse.

Positionierung

Legora

Kollaborative KI-Plattform für juristische Arbeit, präsentiert als agentic operating system.

Silex

Schweizer Legal AI für Recherche, Analyse und rechtliches Denken im Schweizer Recht.

Anwendungsfälle

Legora

Workflows, Legal Research, Dokumentenreview, Word Add-In, Tabular Review, Zusammenarbeit und Client Portal.

Silex

Schweizer Rechtsrecherche, quellenbasierte Analyse, Synthese und Vorbereitung juristischer Antworten.

Quellen

Legora

Legora gibt an, “jurisdiction-aware” Rechtsrecherche auf Basis realer Quellen und strukturierter Zitate anzubieten.

Silex

Silex legt den Fokus auf strukturierte und überprüfbare Schweizer Rechtsquellen.

Schweizer Recht

Legora

Legora präsentiert sich als internationale Plattform, die in mehreren Märkten genutzt wird, ohne öffentlich ausschließlich auf Schweizer Recht ausgerichtet zu sein.

Silex

Silex ist speziell für Fachpersonen entwickelt, die mit Schweizer Recht arbeiten.

Sicherheit

Legora

Legora nennt SOC 2 Type II, ISO 27001, ISO 42001, GDPR, Verschlüsselung, Datentrennung und kein KI-Training auf Daten.

Silex

Silex hebt Schweizer Hosting, Vertraulichkeit und kein Training auf Kundendaten hervor.

Was ist Legora?

Legora präsentiert sich als kollaborative KI für Anwältinnen und Anwälte sowie als verbundenes System für juristische Arbeit. Die Startseite beschreibt das Legora aOS als System, das Information, Kommunikation und Ausführung juristischer Arbeit verbindet. Die Plattform umfasst mehrere Arbeitsoberflächen: Word Add-In, Outlook Add-In, Editor, Mobile App, Tabular Review, Workflows, Legal Research, Portal, Monitors, Agent und Lists.

Die Produktseite beschreibt Legora als kollaborativen KI-Workspace für Juristinnen und Juristen, mit Tools, die sich in bestehende Arbeitsweisen integrieren. Genannt werden insbesondere Recherche, Zusammenfassung, Dokumentenvergleich, Informationsextraktion, Dokumentenreview und Schreiben in Word.

Legora aOS: Agenten- und Workflow-Logik

Legora beschreibt sein aOS als “agentic operating system for legal work”. Die offizielle Seite gibt an, dass das System den Fluss von Information, Kommunikation und Ausführung juristischer Arbeit erleichtert. Sie erwähnt außerdem eine Orchestrierungsschicht, die große Sprachmodelle in domänenspezifische juristische Agents verwandelt, mit Tool-Routing, Control Flow, Memory Management, Modellauswahl und Guardrails.

Dieselbe Seite hebt juristische Fähigkeiten hervor, darunter rechtsordnungsbewusste Recherche, strukturierte Zitate, dokumentenspezifisches Verständnis, Tabular Review im großen Maßstab und Suche über DMS und Wissensdatenbanken. Damit ist Legora breiter positioniert als ein einfacher juristischer Chatbot: Die Plattform zielt auf mehrstufige Workflows.

Aus Leya wurde Legora

Legora veröffentlichte am 19. Februar 2025 eine Mitteilung, dass Leya zu Legora wurde. In dieser Ankündigung erklärt das Unternehmen, dass die Namensänderung seine Entwicklung zu einer kollaborativen Plattform für Rechtsfachpersonen widerspiegelt. Dieselbe Mitteilung gibt an, dass die erste Version mit Anwältinnen und Anwälten in Stockholm entwickelt wurde, insbesondere im Rahmen von MSA Innovation mit Mannheimer Swartling.

Legora gibt dort außerdem an, zu diesem Zeitpunkt mit mehr als 200 Kanzleien weltweit zu arbeiten und tausende täglich aktive Nutzer zu haben. Diese Zahlen stammen aus der Legora-Mitteilung und sind als Unternehmensangaben zu lesen.

Legora Portal: Zusammenarbeit zwischen Kanzlei und Mandant

Legora hat auch Legora Portal angekündigt, eine Plattform zur Transformation der Zusammenarbeit zwischen Kanzleien und Rechtsabteilungen. Laut offizieller Ankündigung erlaubt Portal Kanzleien, KI-Workflows, Playbooks, Dokumente, Recherchen und kollaborative Räume mit Mandanten in einer permission-driven Umgebung zu teilen.

Die Ankündigung erklärt, dass Legora Portal sich in der Design-Partnership-Phase mit mehreren Kunden befand und die allgemeine Verfügbarkeit für das erste Quartal 2026 geplant war. Sie gibt auch an, dass Legora mehr als 400 Kanzleien und Rechtsteams in über 40 Märkten bedient. Auch hier handelt es sich um von Legora veröffentlichte Zahlen.

Silex: eine Legal AI für Schweizer Recht

Silex erfüllt ein gezielteres Bedürfnis: Rechtsfachpersonen dabei zu helfen, mit Schweizer Rechtsquellen zu arbeiten, ihre Tragweite zu verstehen, eine Analyse zu strukturieren und eine nutzbare Antwort vorzubereiten. Schweizer Recht verlangt besondere Aufmerksamkeit für bundesrechtliche, kantonale, gerichtliche und mehrsprachige Quellen.

Der Unterschied zu einer internationalen Plattform wie Legora liegt daher in der Spezialisierung. Silex soll nicht alle Workflow-Tools einer globalen Kanzlei ersetzen; es soll Schweizer Rechtsrecherche und rechtliches Denken schneller, klarer und verlässlicher machen.

Mehr dazu auf den Seiten juristische KI, KI für Juristen und KI Rechtsprechung.

Quellen und Zuverlässigkeit: zentral für Juristen

Legora gibt an, dass sein aOS rechtsordnungsbewusste Recherche auf Basis realer Quellen mit strukturierten Zitaten bietet. Dieses Versprechen ist wichtig, denn KI-gestützte Rechtsrecherche darf nicht bei flüssigen Antworten stehen bleiben: Quellen müssen von Juristinnen und Juristen kontrolliert werden können.

Für die Praxis im Schweizer Recht wird die Frage präziser: Arbeitet das Tool mit den richtigen Schweizer Quellen, in den richtigen Sprachen, mit überprüfbaren Referenzen und einer Methode, die zum lokalen juristischen Denken passt? Genau auf diesem Terrain positioniert sich Silex.

Sicherheit und Vertraulichkeit

Legora veröffentlicht detaillierte Informationen zu Sicherheitsmaßnahmen. Die Dokumentation nennt unter anderem ein nach ISO/IEC 27001:2022 zertifiziertes Informationssicherheitsmanagementsystem, Backups alle 4 Stunden, das Prinzip der geringsten Rechte, Mehrfaktor-Authentifizierung für Systeme mit hochvertraulichen Daten, AES-256-Verschlüsselung ruhender Daten und mindestens TLS 1.2 bei Übertragung.

Die öffentlichen Legora-Seiten erwähnen außerdem SOC 2 Type II, ISO 42001, GDPR, HIPAA und kein KI-Training auf Daten. Für Kanzleien und Rechtsabteilungen müssen diese Punkte vertraglich und in den Sicherheitsdokumenten geprüft werden: Hosting, Unterauftragnehmer, Logs, Aufbewahrung, Datenzugriff und Modellnutzung.

Silex legt ebenfalls Wert auf Vertraulichkeit, Schweizer Hosting und kein Training auf Kundendaten. Für Berufsgeheimnisträger darf diese Dimension nie als reines Marketingargument behandelt werden.

Wann Legora die richtige Wahl sein kann

Legora kann für eine Kanzlei oder Rechtsabteilung relevant sein, die KI über einen breiten Bereich ausrollen will: Workflows, Dokumentenreview, Recherche, Integration mit bestehenden Tools, interne Zusammenarbeit und Zusammenarbeit mit Kunden. Es handelt sich um einen Plattformansatz, nützlich wenn mehrere juristische Prozesse gleichzeitig transformiert werden sollen.

Legora kann auch für Organisationen passen, die wiederverwendbare KI-Workflows bauen, Playbooks integrieren, interne Dokumentenbestände nutzen und komplexe Aufgaben orchestrieren möchten. Die Wahl hängt dann von Reifegrad des Teams, Datenqualität und Fähigkeit ab, eine neue Arbeitsumgebung einzuführen.

Wann Silex die richtige Wahl sein kann

Silex kann besser passen, wenn der Hauptbedarf Schweizer Rechtsrecherche ist: eine Frage stellen, relevante Quellen finden, Referenzen prüfen, Rechtsprechung verstehen und eine klare Antwort vorbereiten. Für Schweizer Anwältinnen, Notare, Unternehmensjuristinnen oder Studierende ist lokale Spezialisierung oft wichtiger als ein sehr breites Workflow-System.

Silex ist auch relevant, wenn das Team eine stärker auf Recherche und juristisches Denken ausgerichtete Einführung möchte, ohne zuerst eine vollständige kollaborative Plattform auszurollen. Für berufsspezifische Anwendungen siehe auch KI für Anwälte und Silex Produkt.

Legora vs Silex: wie entscheiden?

  • Umfang: kollaborative Multi-Workflow-Plattform oder Assistent für Schweizer Rechtsrecherche?
  • Quellen: internationale Recherche und internes Wissen oder strukturierte Schweizer Quellen?
  • Alltag: komplexe Workflows automatisieren oder quellenbasierte Rechtsanalysen erhalten?
  • Organisation: globale Kanzlei, internationale Rechtsabteilung oder Schweizer Team mit Fokus auf lokales Recht?
  • Sicherheit: Zertifizierungen, Hosting, Unterauftragnehmer, Zugriffe und kein Training auf Ihren Daten prüfen.

Um Silex mit eigenen Schweizer Rechtsdossiers zu testen, können Sie eine Demo buchen. Wenn Sie mehrere KI-Typen vergleichen, erklärt ChatGPT vs Silex, warum General-KI, internationale Rechtsplattform und Schweizer Legal AI nicht dasselbe Bedürfnis erfüllen.

FAQ: Legora vs Silex

Ist Legora für Juristinnen und Juristen entwickelt?

Ja. Legora präsentiert sich als kollaborative KI-Plattform für Anwälte und Rechtsfachpersonen, mit Recherche, Workflows, Dokumentenreview, Integrationen und Zusammenarbeit.

Ist Legora auf Schweizer Recht spezialisiert?

Die öffentlichen Quellen zeigen eine internationale Plattform für juristische Arbeit mit rechtsordnungsbewusster Recherche. Sie stellen Legora nicht als ausschließlich auf Schweizer Recht spezialisiert dar.

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Legora und Silex?

Legora ist eine kollaborative und agentische Plattform zur Ausführung juristischer Workflows. Silex ist eine Schweizer Legal AI mit Fokus auf Recherche, Analyse und rechtliches Denken im Schweizer Recht.

Nutzt Legora Kundendaten für KI-Training?

Die öffentlichen Legora-Seiten geben “Zero AI training on your data” an. Vertragsgarantien, Unterauftragnehmer und Aufbewahrungseinstellungen sollten dennoch in den für Ihr Abonnement geltenden Dokumenten geprüft werden.

Welches Tool für Schweizer Rechtsrecherche?

Wenn der Hauptbedarf Schweizer Rechtsrecherche mit überprüfbaren Quellen und lokal angepasstem Denken ist, ist Silex dafür konzipiert. Legora kann relevanter sein, wenn eine kollaborative KI-Plattform über viele juristische Workflows ausgerollt werden soll.